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Eine Seminararbeit aus didaktisches Handeln in der Aus- und Weiterbildung

Vor einiger Zeit habe ich meine Unterlagen von 2009 durchgesehen und unter anderem diese Seminararbeit aus meiner Zeit auf der Universität Wien entdeckt.

Warum ich die jetzt hier veröffentliche?
Beim Durchlesen kamen wieder Erinnerungen hoch …
Meine ersten Ideen …
Meine ersten wissenschaftlichen Ansätze …
Das Fundament von Out-of-door …
Ich bin echt stolz darauf.
Da die Seminararbeit einen Umfang von 15 Seiten hat, werde ich nur einen Teil herausgeben.

Vorwort

Der Titel soll nicht auf ein Exzerpt des gleichnamigen Kapitels aus dem Buch ,,Von der Erlebnispädagogik zur Erlebnistherapie“ von Rüdiger Gilsdorf hinweisen.
Vielmehr geht es in dieser Seminararbeit zu erörtern wie wichtig das Abenteuer für den Menschen und seine Persönlichkeitsbildung ist.

,,Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens“
(Zitat Armin Mueller – Stahl).

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Alltag einen schnell einholt. Der Job, die Familie, der Haushalt usw. Irgendwann fragt man sich, ob das schon alles war?
Alle Fähigkeiten, Träume und Vorstellungen rosten ein, weil man keine Zeit für sich selbst hat. Man funktioniert für andere.
Aber entwickelt man sich für sich selbst weiter?
Träume von früher – die kindlichen Abenteuer – Sehnsüchte kommen auf.

Didaktisches Konzept in der Erwachsenenbildung anhand des Projektes
„Kinder brauchen Abenteuer – Erwachsene auch!“

Präsentation meiner Seminararbeit.
Proiektbeschreibung

Warum Abenteuer?
Wir erleben den ganzen Tag lang Dinge, doch scheint ein Abenteuer für uns noch einen ganz besonderen Stellenwert zu haben. Abenteuer prägen sich tief ein und wirken lange nach. Mit Hilfe sollen Lernprozesse vor allem in Gang gesetzt werden.
Angestrebt werden Entwicklungen in Verhalten, Denken und Fühlen. Diese umfassen z.B. individuelle, soziale, sachliche und ökologische Lernziele. Die Lerninhalte werden nicht nur rein theoretisch vorgegeben, sondern sollen ganzheitlich erfahrbar sein und sich aus Realsituationen ergeben.
Die Gruppe macht soziales Lernen erforderlich und ist gleichzeitig Grundvoraussetzung für individuelle Lernerfolge.

Wir merken uns …
10% von dem, was wir lesen
20% von dem, was wir hören
30% von dem, was wir sehen
50% von dem, was wir hören und sehen
70% von dem, was wir selber sagen
90% von dem, was wir selber tun

Ausgangslage
In Form von Wochenendveranstaltungen haben Erwachsene und Kinder/Jugendliche die Möglichkeit, Erlebnisse und ,,kleine Abenteuer“ gemeinsam zu erleben und zu meistern. Diese Familienseminare geben einerseits den (abenteuerlichen) Rahmen zur Stärkung der Familienbande – andererseits den Raum und die Ruhe für den persönlichen Austausch.

Ziele
Das real erlebte Wechselspiel zwischen Individuum, Familie und Natur sorgt für ein spannungsreiches Erfahrungsfeld voll von psychischen, emotionalen und sozialen Herausforderungen. Es entstehen erlebnis- und erfahrungsreiche ganzheitliche Lernprojekte. Eltern und Kinder werden sich aus einem ganz anderen Blickwinkel neu erleben können.

Familien – Abenteuercamp Sparbach im Wienerwald
Didaktische Prinzipien

Zielgruppe
Erwachsene, die eigentlich schon längst wieder etwas mit ihrer Familie erleben wollen. Sie wollen ausgelassen sein, zusammen lachen, sich selbst entdecken, Zeit füreinander haben. Kraft schöpfen.

Teilnehmerorientierung
Das Lernen, das Bewusstsein und die Person steht im Mittelpunkt. „Die Teilnehmerorientierung liegt in der Verantwortung der Teilnehmer.“ (Siebert 2006)
Das heißt, dass vorher abgeklärt werden muss wer teilnehmen will und kann.

Selbstgesteuertes Lernen
„Die Selbststeuerung des Lernens bezieht sich auf die Erkundung von Lernbedürfnissen und Lernanforderungen, auf die Begründung und Präzisierung von Lernzielen, auf die „Eignungsprüfung“ von Lernstilen und Lerntechniken, auf die Auswahl von Lerninhalten und audiovisuellen Medien. Auf die Kontrolle des Lernfortschritts und der Lernschwierigkeiten.“ (Siebert 2006)
Das real erlebte Wechselspiel zwischen Individuum, Familie und Natur sorgt für ein spannungsreiches Erfahrungsfeld voll von psychischen, emotionalen und sozialen Herausforderungen. Es entstehen erlebnis- und erfahrungsreiche ganzheitliche Lernprojekte. Eltern und Kinder werden sich aus einem ganz anderen Blickwinkel neu erleben können.
„Faulstich Peter und Zeuner Christine fixierten in der Strategie des Selbstgesteuerten Lernens drei gesellschaftliche Prozesse: Individualisierung, Desinstutionalisierung und Deregulierung.“(Siebert 2006)

Deutungsmuster
„Erwachsene ändern ihre Deutungsmuster nur dann, wenn sie es wollen, nicht, wenn sie es sollen.“ (Siebert 2006) Unsere Realität ist eine interpretierbare Wirklichkeit. Unsere Lebenswelten und Alltagstheorien bestehen quasi aus unseren Deutungen. Somit ist auch Erwachsenenbildung immer ein „Deutungslernen“.

Sprache
Es findet kein konstanter Sprachstil ab, da er situationsabhängig ist. Didaktisches Handeln ist sprachliches Handeln. Lernen ist auch größtenteils sprachgebunden. Wir haben dann etwas begriffen, wenn wir es auf den Begriff gebracht haben. Also ist Sprache eine Bedingung von Lernen.

Perspektivenverschränkung
Eine Perspektivenverschränkung setzte günstige organisatorische Rahmenbedingungen, gemeinsame Lernziele und thematisehe Interessen voraus. Ebenso Aufgeschlossenheit für die Ansichten und Erfahrungen anderer und eine Offenheit der Flexibilität der eigenen
Deutungsmuster und Lernwege. Aufgrund von Beobachtungen treffen wir Unterscheidungen. Perspektivenwechsel geht aber nur auf Kosten neuer Einseitigkeiten. Perspektivenverschränkung umfasst den kommunikativen Aspekt des Umgangs miteinander, aber auch den semantischen Aspekt der Verständigung. Man kann sich nur verständigen, wenn man annähernd gleiche Auffassungen in der Deutung der Bedeutungen hat.

Lernziele
Lernziele verweisen auf die psychischen Leistungen, die in einer Bildungsveranstaltung erworben werden (z.B. analytisches Denken, logische Argumentation, usw) anhand von lnhalten unterschiedlicher Art.

Inhaltlichkeit
Bildungsarbeit sollte themenzentrierte Interaktion sein, da in diesen Veranstaltungen kognitive Auseinandersetzungen mit psychischen, sozialen und sachlichen Zusammenhängen, mit Wissen erfolgen sollte.

Metakognition
Metakognition heißt Lernbefähigung.
Es geht darum, die Teilnehmer zu motivieren, sich selbst zu motivieren eigenständig zu lernen und selbst weiter lernen zu wollen. Sie sollen sich ihres eigenen Lernstils bewusst werden.

Integration
Da immer mehr Lebensbereiche getrennt betrachtet werden, fehlt vermehrt eine „Übersicht des Ganzen“. Es geht darum Zusammenhänge deutlicher zu machen.

Emotionalität
Ohne Emotionen ist kein Denkprozess denkbar. Sie ermöglichen oder blockieren das Lernen, da das Verhalten einer Person oder Sachen gegenüber durch Emotionen bestimmt ist.

Handlung
Lernen ist zugleich Handeln, also ein „Denkhandeln“. Es ist daher auch ein „leaming by doing“. Sehen, Denken und Motorik befinden sich in unserem Nervensystem zwar an verschiedenen Orten, stehen aber ständig in zirkulärem Wechsel miteinander.

Ästhetisierung
Überall im täglichen Leben begegnet man Dingen, die etwas mit Ästhetik zu tun haben. Siebert erklärt diese zu den Bereichen: Wahrnehmungsfähigkeit, Expressivität, Emotionalität. Lernunterstützung, Ethik, Emanzipation.

Zeitlichkeit
Zeit spielt in unserem heutigen Leben eine wichtige Rolle. Dieses sollte vermehrt in der Erwachsenenbildung berücksichtigt werden, denn Zeit hat Auswirkungen auf die Motivation der Teilnehmer und der Lehrenden.

Humor
Humor, Komik und natürtiche Selbstironie sind Schlüsselqualifikationen didaktischen Handelns. Vermutlich zeichnen sich „erfolgreiche“ Lehrende weniger durch ihr
Methodenrepertoire und Fachwissen aus, als durch ihre humorvolle Ausstrahlung.

Letztendlich kann durchaus gesagt werden, dass Abenteuer in jedem Alter zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Jedes lndividuum definiert für sich selbst Abenteuer und das ist auch legitim so. Lernen heißt auch Zeit haben und selbst entdecken dürfen.

Geocaching in Sparbach

Literaturverzeichnis

GILSDORF, Rüdiger (2004): Von der Erlebnispädagogik zur Erlebnistherapie. Perspektiven erfahrungsorientierten Lernen auf der Grundlage systemischer und prozessdirektiverAnsätze. EHP Verlag.

SIEBERT, Horst (2006): Grundlagen der Weiterbildung. Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung. Didaktik aus konskuktivistischer Sicht. Ziel Verlag. (Neu überarbeitete Auflage von 2012)

PAAR, Markus (2009): Handout zum Referat ,,Leitfaden zur Erstellung eines didaktischen Konzepts“ aus dem Seminar ,,Didaktisches Handeln in der Aus- und Weiterbildung“ Sommersemester 2009.

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