Routinen für mehr Freiraum.

„Wie machst du das nur…“ werde ich immer wieder von Verwandten, Freunden und Bekannten gefragt.
„Du machst so viele Sachen neben deinen Beruf, wie schaffst du das?“

Vor einigen Jahren stieß ich zufällig auf die Internetseite https://familie-haushalt-organisation.com.
Die Idee, die hausfräulichen Tätigkeiten in Routinen und Tagesaufgaben zu teilen klang sehr motivierend. (Übrigens, ich bekomme für die Empfehlung des Links keine Provision und ich möchte auch nicht den Eindruck vermitteln, dass ich die Idee von Yvonne Rummrich klaue und als Meine weitergebe.)

Die regelmäßigen Mails über Tagesaufgaben waren für mich zu Beginn sehr hilfreich. Jedoch Kam ich darauf, dass „das bisschen Haushalt“ auch zur aktuellen Lebenssituation passen sollte.
Ein HAUShalt mit Garten, Kindern und Haustieren hat andere Rahmenbedingungen als eine WOHNUNG mit berufstätigen Erwachsenen.

Da wir auch einen Keller und eine Garage haben, der gerne ein schönes Erscheinungsbild haben möchte, wie z.B. das Wohnzimmer und der Eingangsbereich, passte ich diesen Plan auf meine Bedürfnisse an. Ich teste, strukturierte und letztendlich festigte ich diesen die letzten 2-3 Jahre.

Mehr Zeit für sich selbst und was dir wichtig ist.

Die Routine

Routine bedeutet soviel wie:
Eine Tätigkeiten, welche ich über längere Zeit durchführte und dabei Fertigkeiten erwarb, sodass ich diese Tätigkeit sicher, schnell und ohne zu überlegen durchführen kann. 

Besonders an Tagen, wo ich weiß, dass ich 9 – 10 Stunden beruflich unterwegs bin, bin ich sehr dankbar für meine eingeübten Abläufe. Diese Routine eignet sich sowohl für Teilzeit- UND Vollzeitbeschäftigte … hab beides ausprobiert 😉

Wie schaut’s bei mir momentan aus?

Dieses Jahr arbeite ich nur Teilzeit im Kindergarten. Da ich mir meine Routine in meiner Vollzeitbeschäftigung antrainierte, bin ich nun in der glücklichen Lage die gewonnene freie Zeit zu genießen. Ich gebe dir jetzt einen kurzen Einblick in einen Tag, wo ich voll im Einsatz bin.

Da ich um 06:10 in die Arbeit fahren muss, stehe ich um 05:00 auf.
Nach meiner Morgenhygiene und meinen Sonnengrüßen, bereite ich mir meine Jause und das Mittagessen für unterwegs zu. Dann genieße ich noch die restliche Zeit beim Frühstückstisch (die einzige Zeit, wo es wirklich still ist.)
Übrigens: Wenn du im Badezimmer nach der Dusche die Wände und das Glas mit einem Abzieher gleich abziehst und die Amatur mit deinem Badetuch abtrocknest, ersparst du dir viel Zeit mit Kalkfleckenbeseitigung. Das selbe gilt auch für das Waschbecken.
Erst am späten Nachmittag komme ich dann von der Arbeit nach Hause.

Nach dem Kochen, beginne ich mit meiner Routine gleich in der Küche. Die dauert erfahrungsgemäß am Längsten.

  • Ich wische alle Arbeitsflächen und den Esstisch auf und räume dabei alle Utensilien an ihren Platz. D.h. schmutziges Geschirr gleich in den Geschirrspüler, die verbröselte Brotmaschine wische ich gleich ab und evtl. gleich der Müll entsorgt. Zum Schluss lege ich mir die Kochrezepte für den nächsten Tag bereit.

An diesen langen Arbeitstagen und dem anschließenden Bekochen der Familie würde ich am Liebsten gleich auf die Couch fallen und mich dem Ferseher hingeben.
Doch das würde meiner prinzipellen guten Laune am Morgen definitiv in den Rücken fallen.

Weiter geht’s dann ins Wohnzimmer. Zuerst schalte ich den Difuser mit meinem Lieblingsduft ein.

  • Ich lege die Decken auf der Couch zusammen und verräume sie in die dafür vorgesehene Lade.
  • Der Wohnzimmertisch wird auch noch von Hundehaaren und diversen Sockenfussln gereinigt (ja, wir legen unsere Füße beim Fernsehen auf den Tisch)
  • Zeitschriften landen auch wieder unter den Wohnzimmertisch
  • Die Wäsche vom Wäscheständer abnehmen und zusammenlegen. Ich verweigere das Bügeln. Das ist aber eine andere Geschichte. Die Stapel der einzelnen Familienmitglieder warten dann bereit zum Abholen.

Danach kommt der Vorraum und das kleine Badezimmer an die Reihe.

  • Alle Flächen räume ich auf
  • Jacken kommen in den Kleiderschrank
  • Klopapier nachfüllen
  • Waschbecken abwischen

Jetzt geht´s in den ersten Stock …

Auf den Weg über den Stiegenaufgang zur Galerie, verräume ich liegengebliebene Sachen gleich dort hin, wo sie hingehören.
Weiter geht´s ins Schlafzimmer. Meistens macht mein Mann die Betten gleich am Morgen (schön, wenn Aufgaben verteilt werden). Ich öffne das Fenster zum Lüften, auf den Weg hinunter sammle gleich herumliegende Kleidung, Taschentücher und Wassergläser ein. 

Auf den Weg zum Waschmaschinenraum, befülle ich das fleißige Helferlein und schnappe mir gleich den Staubsauger und nehme ihn mit hoch.

Im oberen Badezimmer und WC erldige ich die selben Dinge wie im herunteren Bad.

Da unser Hund und die Katze doch viele Haare verlieren, muss ich jeden zweiten Tag staubsaugen. Um keinen unnötigen Weg zurückzulegen. Beginne ich gleich oben zu saugen und lande dann letztendlich wieder im Waschmaschinenraum, wo der Staubsauger seinen fixen Platz hat.

Routinen geben Sicherheit, Halt und ein ruhiges Gewissen.

Aber Hallo!
Da wären ja auch noch zwei Kinderzimmer! Diese Räume zähle ich nicht mehr zu meinem Aufgabenbereich.
Früher, als meine Kinder noch kleiner waren, erledigten wir die Routine in ihrem Zimmer gemeinsam. Nun sind sie groß genug und übernehmen hier Eigenverantwortung.

  • Betten machen
  • Lüften
  • Schmutziges Geschirr und Kleidung dort hinräumen, wo es hin gehört
  • Staubsaugen

Ich habe also Küche mit Essbereich, Wohnzimmer, Vorraum, kleines Bad mit WC, Waschmaschinenraum, Stiegenaufgang, Galerie, Schlafzimmer und das große Bad mit WC.

Da ich in keinem Raum länger als fünf Minuten bin (außer die Küche), benötige ich dafür gerade mal 30 – 45 Minuten.

Das Beste daran ist, dass ich stets ein ordentliches Haus habe ohne das Gefühl zu haben, ständig putzen zu müssen.

An meinen freien Tagen oder am Wochenende verschiebe ich die Routine gleich auf die Morgenstunden. Somit habe ich alles erledigt und kann den Tag frei Nutzen.
OK … zu Mittag muss ich halt nach dem Kochen die Küche wieder sauber machen.

Du siehst, gerade wenn ich viel zu tun habe, rettet die Routine meinen Tag.

Zeit zum Enspannen

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