Vanlife

Projekt Roadrunner … ach nein, Olaf klingt doch besser.

Wie alles begann

Wie ihr wisst, zog ich mir letzten Winter einen ganz heftigen Bandscheibenvorfall in der HWS zu und dieser setzte mich sieben Wochen außer Gefecht. Als die ersten Wochen mit höllischen Schmerzen vorbei waren, hatte ich genügend Zeit zum Nachdenken.
Über mich, meine Wünsche und Träume.

Eigentlich war mein Plan, dass ich im Frühjahr den Motorradführerschein mache … naja … aus dem wurde nun nichts. Und was mach ich jetzt? Planen! Das kann ich mittlerweile schon sehr gut.

Mein nächst größeres Ziel wartet 2026 … eine Weltreise zu meinem 50. Geburtstag.

Da erinnerte ich mich an den Griechenland Urlaub mit meiner Familie. Mit einem Ford Transit waren wir wochenlang ohne Klimaanlage unterwegs … wildcampen (damals war´s noch möglich). Unsere Reisen waren immer schon sehr minimalistisch und abenteuerlich. Meeresschildkröten am Sandstrand am Peloponnes, dreitägiger Stau an der Fähre von Rumänien nach Bulgarien, die nächtliche Durchfahrt mit „Bombenstimmung“ (im wahrsten Sinne des Wortes) durch das damalige Jugoslawien usw.
Das prägte sich in meinem Kopf ein. So ertappte ich mich eines Tages auf diversen Verkaufsplattformen auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Immer wieder zeigte ich Harry die unterschiedlichsten Fahrzeuge und irgendwann meinte er nur „Jetzt wird´s Zeit, dass du wieder arbeiten gehst. Du kommst nur auf blöde Ideen.“ Nach einigen wirklich konstruktiven Gesprächen, legte ich das Projekt „Vanlife“ für heuer zur Seite. Vielleicht wird´s ja nächstes Jahr was.

Im Mai kam Harry zu mir und zeigt mir Fotos von einem ehemaligen Rettungsauto … einem VW T5.
… OK? Und was war damit? Schaut gut aus.
Seine Antwort: „Holen wir ihn?“ Ich war hin und weg … „JAAAAA!“ (Das muss Liebe sein … ein echter Liebesbeweis, muss ich schon sagen.)
Am 25. Mai 2019 war es soweit. Unser Baby übersiedelte von Tirol ins Waldviertel.

Normalerweise bekamen unsere Fahrzeuge nach kürzester Zeit (spätestens nach der ersten Ausfahrt) einen Namen … „das Büffelchen“, „das kleine Schwarze“, „der Elch“ usw. Doch dieses mal hatte ich ein echtes Problem. Uns wollte kein geeigneter Name einfallen. Ich war schon so verzweifelt, dass ich in den Vanlife Gruppen auf Facebook in der Community nachfragte. Da waren schon einige Kuriositäten dabei.
Herzhaft lachen musste ich bei „ALWIN“ … genau (!) und wir sind die Chipmunks.
Eine Woche später unterhielt ich mich mit meiner Mutter und meiner jüngeren Tochter über die unterschiedlichsten Vorschläge.
Bis Lena dann meinte: „Speedy Gonzales“
Und da war er … der Name. Ich machte nur „miep miep“, lachte und verkündete den Namen „ROADRUNNER“. Klingt doch super und ist sehr passend.

Der (R)ausbau (1.-3. Tag)

Nach einigen Brainstorming Sessions alleine, zu zweit oder mit Freunden, einigten wir uns darauf, dass wir unseren T5 als Sechssitzer typisieren wollen.
Was ist dafür zu tun?
Die beiden hinteren Sitze, die Liege, die Trennwand und der Boden mussten raus. Im Teamwork waren wir sehr erfolgreich und auch eine schöne gemeinsame Zeit.

Die Elektrik (4. Tag)

Da muss ich passen. Absolut nicht mein Fachgebiet. Nun durfte Harry meditativ Kabel auseinander sortieren.

Sonntagsarbeit (5. Tag)

Was tun, wenn Sonntag ist, wir weder flexen noch sonst irgendwas am T5 machen konnten. Die Beifahrerscheibe reparieren!
Das war leise und produktiv. In kleinster Feinarbeit löste Harry die Armatur und das voll verdreckte Fenster von der Tür. Jetzt war uns klar, warum wir dieses nicht öffnen konnten. Liebevoll säuberte und ölte er die Einzelteile, welche er dann wieder zusammen baute. 
Wir bestellten die Schienen für die hinteren Sitzplätze, ein neuer Display Radio und eine Rückfahrkamera.
Wenn Harry ein Projekt startet, dann wächst in ihm der kleine Perfektionist. Nur hieß es halt warten. Bis dahin spielt er „Kabelmemory“. Wer immer da vorher werkte, leistete ganze Arbeit. 2/3 des Bestandes einfach durchgezwickt und keiner wusste, was wo hingehört.

Jetzt ist´s soweit … ich habe aufgehört die Tage zu zählen.

Unsere Schienen für die Sitze werden diese Woche ankommen. In der Zwischenzeit verbrachte Harry sehr viel Zeit mit der Elektrik. Na das war ein Kabelsalat. Glücklicherweise bekam er auf die Anfrage bei der Firma XY den individuellen Schaltplan für unseren Schlachtplan. Jetzt kommt ein bisschen Licht ins Dunkel.

Während ich mich die letzten 10 Tage mit meinen Mädls auf Paris-Reise war, wurde in der Casa AlHarrys fleißig weiter bestellt und geliefert.
Die passenden Schrauben für die Schienen, der Fußboden, eine Photovoltaikmatte, ein Radio, eine Rückfahrkamera und eine große Kühlbox.
Ich sag ja, wenn Harry was angreift, dann muss alles passen.

… warum jetzt doch Olaf?

Irgendwann während meines Aufenthaltes im Disneyland … übrigens wünschte sich das meine größere Tochter zum 18. Geburtstag … telefonierten Harry und ich. Irgendwie meinte er dann im Gespräch „der Olaf“ … Irgendwie erinnert ihn das Auto an Olaf. Ja, und als Karottennase bekommt er eine orange Motorhaube?!?
OLAF!!! Das klingt mega. Ist auch nicht so lange wie „Roadrunner“.
Natürlich machte ich mich vor Ort gleich auf die Suche nach einem passenden Schlüsselanhänger. Sollte ja in Disneyland kein Problem sein.
War es doch. 100.000 Schlüsselanhänger … nur kein OLAF. Da hätte ich endlich mal eine Idee für ein vernünftiges Souvenir und dann gibt’s das nicht.

Fortsetzung folgt …

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